Was ist Henna?

Henna ist ein pflanzliches Färbemittel, das aus der gleichnamigen Pflanze (Lawsonia inermis) gewonnen wird. Die wärmeliebende Hennapflanze ist ein Strauch der in subtropischen Gebieten wächst. Sie wird im gesamten Norden Afrikas von Marokko und Mauretanien im Westen bis Ägypten und Sudan im Osten angebaut, auf der arabischen Halbinsel und dem indischen Subkontinent.

Um den Farbstoff zu gewinnen, werden die Blätter getrocknet und zu Pulver zermahlen. Für die Körpermalerei wird besonders fein gemahlenes und gesiebtes Pulver verwendet.

Mit Wasser, Tee oder Zitronensaft angerührt, erhält man eine Paste, die Haar, Haut und Nägel, aber auch Stoff färbt. Die Blüten des Hennastrauchs werden in der Parfümherstellung verwendet.

Es gibt viele Anlässe, zu denen Henna aufgetragen wird, der bei uns Bekannteste ist wohl die (indische) Hochzeit. Doch auch zum islamischen Zuckerfest, zur jüdischen Bar Mitzvah oder dem christlichen Weihnachten oder zur Segnung einer werdenden Mutter wurde und wird Henna benutzt.

Die älteste bekannte Verwendung von Henna sind die damit gefärbten Haare einer altägyptischen Mumie, die über 3500 Jahre alt ist. Im hohen Lied der Liebe findet der Duft des Hennastrauchs Erwähnung. Auf alten persischen Miniaturen kann man Tänzerinnen und Musikerinnen mit Henna bemalten Händen und Füßen sehen.

Der färbende Bestandteil ist der Farbstoff Lawson, ein Stoff der eng verwandt mit dem Farbstoff unserer heimischen Walnuss ist. Der Gehalt in den Blättern der Pflanze liegt je nach Region und Jahr bei 2-3%.

Beim Anmischen der Paste wird der Farbstoff aus den Zellen der Blätter gelöst und liegt in der Paste in wasserlöslicher Form vor. An der Luft oxidiert der Farbstoff und verliert dadurch seine Färbekraft. Saures Milieu (z.B. durch Zitronensaft oder Essig) verlangsamt den Prozess. Sowohl die Freisetzung des Farbstoffs als auch seine Oxidation.

Auf die Haut aufgebracht dringt der Farbstoff in die obersten, toten Hautschichten ein. Dies bewirkt die orange Färbung, die nach dem Entfernen der Paste zu sehen ist. In der Haut verbindet sich der Farbstoff mit dem Keratin der Haut, dieser Prozess kann bis zu drei Tage dauern. Dabei wird der Farbton dunkler und entwickelt sich Richtung braun weiter.

Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kann der Farbstoff nicht mehr aus der Haut ausgewaschen werden. Mit der Erneuerung der Haut lösen sich die obersten Hautschichten und die Farbe verschwindet.

Generell gibt es verschiedene Rezepte für sichere natürliche Hennapaste. Die Basis ist möglichst frisches, qualitativ hochwertiges Hennapulver. Dieses wird mit Wasser, Tee oder Zitronensaft sowie etwas Zucker angerührt und mit ätherischen Ölen wie Lavendel, Teebaum oder Cajeput versetzt.
Der Zucker verlangsamt die Trocknung und sorgt für eine bessere Haftung auf der Haut.
Die in den ätherischen Ölen enthaltenen Monoterpene verstärken die Farbwirkung.