Welche Farbe hat dein Henna?

Echtes Henna, wie ich es verwende, färbt die Haut immer in einem individuellen (rot-)braun. Je dicker die bemalte Haut ist, desto dunkler wird die Farbe.

Je dunkler die Haut, desto dunkler sieht auch die Bemalung aus.

Warum nennst du es nicht Hennatattoo?

Weil es kein Tattoo ist. ;-)
Beim Tätowieren wird Farbe in tiefere, lebende Hautschichten eingebracht, wodurch sie dauerhaft im Körper verbleibt. Mit Henna werden nur die obersten toten Hautschichten gefärbt. Aus diesem Grund verschwindet die Farbe nach einiger Zeit wieder.

Der entscheidende Unterschied ist also, dass bei einer Hennabemalung die Haut nicht verletzt wird, sondern die Paste nur auf die oberflächlich Haut aufgetragen wird.

Da ich immer wieder auf Menschen treffe, die micht fragen, ob die Bemalung weh tut, verwende ich den Begriff Hennatattoo nicht, um Unklarheiten vorzubeugen. Ich spreche statt dessen einfach von „Henna“, „Hennamalerei“ und Hennabemalung„.

Der färbende Bestandteil ist der Farbstoff Lawson, ein Stoff der eng verwandt mit dem Farbstoff unserer heimischen Walnuss ist. Der Gehalt in den Blättern der Pflanze liegt je nach Region und Jahr bei 2-3%.

Beim Anmischen der Paste wird der Farbstoff aus den Zellen der Blätter gelöst und liegt in der Paste in wasserlöslicher Form vor. An der Luft oxidiert der Farbstoff und verliert dadurch seine Färbekraft. Saures Milieu (z.B. durch Zitronensaft oder Essig) verlangsamt den Prozess. Sowohl die Freisetzung des Farbstoffs als auch seine Oxidation.

Farbentwicklung Auf die Haut aufgebracht dringt der Farbstoff in die obersten, toten Hautschichten ein. Dies bewirkt die orange Färbung, die nach dem Entfernen der Paste zu sehen ist.

In der Haut verbindet sich der Farbstoff mit dem Keratin der Haut, dieser Prozess kann bis zu drei Tage dauern. Dabei wird der Farbton dunkler und entwickelt sich Richtung braun weiter.

Sobald dieser Prozess abgeschlossen ist, kann der Farbstoff nicht mehr aus der Haut ausgewaschen werden.

Mit der Erneuerung der Haut lösen sich die obersten Hautschichten und die Farbe verschwindet.

Generell gibt es verschiedene Rezepte für sichere natürliche Hennapaste. Die Basis ist möglichst frisches, qualitativ hochwertiges Hennapulver. Dieses wird mit Wasser, Tee oder Zitronensaft sowie etwas Zucker angerührt und mit ätherischen Ölen wie Lavendel, Teebaum oder Cajeput versetzt.
Der Zucker verlangsamt die Trocknung und sorgt für eine bessere Haftung auf der Haut.
Die in den ätherischen Ölen enthaltenen Monoterpene verstärken die Farbwirkung.